Morgenländische Frauenmission Berlin
Morgenländische Frauenmission Berlin

Talitha Kumi - Ev.-lutherische Schule und Familienzentrum in Beit Jala /Palästina

 

Die Ev.-lutherische Schule und Familienzentrum Talitha Kumi bei Bethlehem Talitha Kumi in Beit Jala ist eine renommierte Schule im heutigen palästinensischen Autonomiegebiet. Hier werden derzeit etwa 760 Schüler und Schülerinnen vom Kindergarten bis zur zwölften Klasse von über 50 Lehrern nach dem palästinensischen Lehrplan unterrichtet. Seit den Anfängen Ihres Bestehens unterstützt die Morgenländische Frauenmission die Arbeit der Schule. Am 10. November 1847 wurde sie in Jerusalem als erste evangelische Schule in ganz Palästina eröffnet. 1851 übernahmen Kaiserswerther Diakonissen die Schularbeit, in der zu dieser Zeit hundert Mädchen erzogen wurden. Die Morgenländische Frauenmission beteiligte sich hier durch die Übernahme der Gehälter von zwei Lehrschwestern und durch Beiträge zum Bau der Schule. Heute hat die Morgenländische Frauenmission zwei Schulpatenschaften übernommen: für Christine Lolas (katholisch) und Miriam Hammonda (muslimisch). Beide Mädchen haben zum Jahresende einen kleinen Gruß geschrieben, den wir hier für Sie abbilden. Ebenso veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung von Herrn Lindemann seinen Jahresbericht 2010. Er ist seit dem Sommer 2010 der neue Schulleiter von Talitha Kumi in der Nachfolge von Herrn Dr. Dürr und hat die Situation der Schule eindrücklich beschrieben.

Zur Geschichte finden Sie Informationen unter: http://www.talithakumi.org/IndexG.htm

Wir danken Ihnen für alle bisherige Unterstützung und freuen uns, wenn Sie mit Ihrer Spende auch weiterhin diese wichtige Arbeit mittragen!! Eine Spendenbescheinigung senden wir gern zu.

 

Auszüge aus dem Weihnachtsbrief 2015 von Schulleiter Rolf Lindemann

 

Liebe Paten und Patinnen, liebe Freundinnen und Freunde von Talitha Kumi,

in diesem Jahr ist der Nahe Osten mit seinen Kriegen, Problemen und seiner Not näher an Deutschland herangerückt. Viele Menschen erfahren in persönlichen Begegnungen vom Schicksal syrischer und anderer Flüchtlinge und helfen. Wir im Heiligen Land sind beeindruckt von der Willkommenskultur -gerade auch, weil die Flüchtlingsfrage die Palästinenser selbst betrifft. Wir hoffen, dass über all den Herausforderungen, die die Flüchtlingssituation in und für die deutsche Gesellschaft mit sich bringt, Ihre Aufmerksamkeit und Solidarität weiterhin auch uns und unserer Schule gilt.

Die Entwicklung in Palästina gibt weiterhin Anlass zu großer Sorge. Noch immer gibt es Streit um den Tempelberg, Angriffe von Siedlern und palästinensischen Jugendlichen, die eigentlich eher als Kinder bezeichnen muss, so jung sind sie. Zahlreiche Tote sind auf beiden Seiten zu beklagen und die Perspektivlosigkeit sowohl auf der politischen als auch auf der persönlichen Ebene ist im normalen Alltag unmittelbar spürbar.
Talitha Kumi ist zwar nach wie vor eine Insel des Friedens und der Bildung, aber es liegt in der Westbank und somit mitten im Konflikt.

Etwas entlastend wirkt angesichts der Umstände, dass es innerschulisch Anlass zur Freude über Entwicklungen gibt, von denen wir exemplarisch einige nennen möchten.
Im palästinensischen Zweig, der zum Tawjihi führt, konnten 2015 die Abschlussergebnisse deutlich verbessert werden. Auch hier soll der Erwerb der deutschen Sprache besonders gefördert werden. Das Tawjihi und das deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz erleichtert dann Interessierten ein Studium in Deutschland.
Im Sommer 2015 wurde in Talitha Kumi zum dritten Mal das deutsche Abitur abgenommen. Seit 2013 haben 25 Mädchen und 10 Jungen die deutsche internationale Abiturprüfung abgelegt. Betrachtet man die Abiturdurchschnitte aller 35, so liegen diese bei stolzen 1,8. Bedenkt man, dass viele Absolventen aus schwierigen sozialen Verhältnissen, aus Flüchtlingslagern und aus unserem Internat kommen, wird der Erfolg noch beachtlicher. Alle Abiturientinnen und Abiturienten werden nach den gleichen Kriterien beurteilt wie die Absolventen in Deutschland. Mehr als die Hälfte aller Graduierten studiert inzwischen erfolgreich in Deutschland - 12 davon sind weiblich! Diese Zahlen zeigen, dass Mädchen in Talitha Kumi nach wie vor im Geist der Kaiserswerther Diakonissen erfolgreich gefördert werden. Ein Auslandsstudium ist für eine junge Frau gesellschaftlich noch immer nicht ganz so selbstverständlich wie für einen jungen Mann.

Wir, die Schulgemeinschaft von Talitha Kumi, sind dankbar für die Unterstützung unserer Schule durch Sie, die vielen individuellen Spender, Paten, Gemeinden und Kirchen. Immer wieder sind wir beeindruckt von Ihrer Hilfsbereitschaft und Treue.

 

Jahresbericht 2010
Talitha+Kumi
Talitha+Kumi.doc
Microsoft Word-Dokument [516.2 KB]
hier
Weihngruss+Thalita
Weihngruss+Thalita.pdf
PDF-Dokument [693.5 KB]

 

Unterstützung des Schulungszentrum "Maranatha" in Nias / Indonesien

Dieses Schulungszentrum wendet sich vor allem an Frauen, um Ihnen durch eine Ausbildung eine selbständige Lebensperspektive zu ermöglichen. Die MFM entsandte Schwestern dorthin und unterstütze die Schule finanziell.

Bis heute bestehen persönliche Kontakte.

 

Schwester Rosemarie Behrens reiste einige Jahre nach ihrer Bibelschulausbildung in der Morgenländischen Frauenmission 1961 in Verbindung mit der ehemaligen Rheinischen Mission (heute Vereinte Evangelische Mission) nach Indonesien. Ihr Einsatzort wurde für fast 30 Jahre die kleine Insel Nias. Sie rief die Kinder und überwiegend Frauen zu Unterricht und christlicher Unterweisung zusammen. Mit einer Mitschwester, einigen Frauen und auch Männern erbauten sie ein Kursuszentrum, wo zu Treffen und Kurse eingeladen wurde. Sie bildeten Multiplikatoren aus, die in ihren Dörfern Hausbesuche machten und Bibelstunden abhielten. Die Früchte der Tätigkeit

der Schwestern können Besucher immer wieder mit eigenen Augen sehen und erleben.

 

Heimat für demenzerkrankte Menschen „Wohnen im gutem Geist“

Zu einer guten Tradition der Morgenländischen Frauenmission haben sich inzwischen Treffen und Begegnungen mit den beiden Wohngruppen in Berlin-Marienfelde entwickelt. Mehrmals im Jahr laden wir zu Andachten und thematischen Treffen in fröhlicher Runde bei Kaffee und Kuchen ein.
Wir bedanken uns hierbei für die freundliche Unterstützung der Mitarbeitenden der Pflegstation „bewegt – gepflegt“.

 

Notunterkunft für Flüchtlinge im Ejf Wohnheim in Berlin-Lichtenrade

Die Notunterkunft für Flüchtlinge wurde am 18.09.2014 in der Trägerschaft des EJF eröffnet. Aktuell leben 80 Bewohner/-innen in der Einrichtung, davon 39 Kinder/ Jugendliche vor allem im Vorschul- und Grundschulalter.

Nach Fertigstellung der Umbauarbeiten (geplant Mai 2015) wird das Wohnheim als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge mit einer Aufnahmekapazität von ca. 250 Bewohner/-innen für Erwachsene und Kinder weitergeführt. Die derzeitigen Hauptherkunftsländer der Flüchtlinge in unserem Wohnheim sind Bosnien, Serbien und Syrien.

Vor dem Hintergrund der besonderen Lebenssituation von Flüchtlingskindern ist uns sehr daran gelegen, für diese Zielgruppe spezifische Angebote bereitzustellen. Neben der Förderung des kontinuierlichen Besuchs der staatlichen Regeleinrichtungen für Kinder wurde in der Einrichtung inzwischen ein kleiner Kinderbereich aufgebaut, um die Flüchtlingskinder im Rahmen pädagogisch begleiteter Angebote zu fördern und zu unterstützen. Seit dem 01.12.2014 ist in der derzeitigen Notunterkunft eine Erzieherin beschäftigt, die die Kinder im Wohnheim im schulischen Bereich unterstützt sowie in den Ferien freizeitpädagogische Angebote durchführt. Neben der Förderung im schulischen Bereich ist unsere gemeinsame Zielstellung den Kindern nach Möglichkeit Freude und Zuversicht zu vermitteln! Während der Schulferien sollen unter Einbeziehung der Eltern bzw. Alleinerziehenden bedarfsorientierte, freizeitpädagogische Angebote durchgeführt werden.

Die Angebote sollten verschiedene Ausflüge, themenspezifische Exkursionen, Kultur- und Sportangebote beinhalten.

Mit Unterstützung der Kirchgemeinden in Lichtenrade konnten in den Herbst- und Weihnachtsferien bereits ein Ausflug ins Aquarium des Berliner Zoos sowie eine interkulturelle Weihnachtsfeier mit Geschenken und gemeinsamen Singen für die Kinder des Wohnheims angeboten werden.

Dank der Unterstützung der Morgenländischen Frauenmission, für die wir uns bei Ihnen ganz herzlich bedanken möchten, wurden für die Winterferien (02.-06.2015) folgende Aktivitäten geplant: Schwimmbadbesuch, gemeinsames Malen von Henna-Tattoos sowie ein Fußballturnier und Minigolf.

Ch. Wahl/ Heimleiterin

 

Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im EJF Wohnheim in Berlin-Tempelhof

Eine ehemalige Senioren- und Pflegeinrichtung mit 82 Plätzen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg konnte umfangreich umgebaut und saniert werden und hat seit Juni 2015 nun 265 Plätze für eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlingsfamilien mit Kindern sowie Einzelpersonen.

Das Gebäude, bestehend aus vier miteinander verbundenen Häusern, bietet einen guten räumlichen Standard. Weiterhin stehen ein großes Gartengelände sowie ein eigenes Kinderhaus zur Verfügung. Die Einrichtung wurde von der ortsansässigen Bevölkerung wohlwollend und freundlich aufgenommen. Insbesondere durch die bezirklichen Vertreter und Netzwerkpartner gibt es Unterstützung und auch die örtlichen Kirchengemeinden engagieren sich in Form von zahlreichen Sachspenden sowie ehrenamtlicher Unterstützung in verschiedenen Bereichen.

Im Rahmen eines Eröffnungsfestes Anfang September 2015 konnten alle Kooperationspartner sowie Interessierte mit den Bewohnern in Kontakt kommen und die Einrichtung besichtigen.

Aktuell leben 265 Flüchtlinge, davon 79 Kinder und Jugendlichen, aus 21 verschiedenen Herkunftsländern in der Gemeinschaftsunterkunft. In 2016 werden in unmittelbarer Nachbarschaft zwei weitere Gebäude mit insgesamt 90 Plätzen umgebaut und als zusätzliche Einrichtung eröffnet.

Wir freuen uns sehr über die gelebte „Willkommenskultur“ und bedanken uns herzlich bei allen, die uns beim Aufbau der Einrichtung unterstützt haben sowie bei allen, die uns bei der Weiterentwicklung unserer Arbeit begleiten.

Ch. Wahl/ Heimleiterin

 

Helen’s Home for Aged  (Projekt 2013)

Der Verein „Deutsch-Indische Zusammenarbeit Berlin“ fördert seit 2009 die Völkerverständigung zwischen beiden Ländern und knüpft somit ein wenig an die Tradition der MFM an. Es werden unterprivilegierte Menschen unterstützt auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unter menschenwürdigen Bedingungen unabhängig von Hautfarbe, Religion, Kaste und Geschlecht.

In Indien gibt es kein Rentensystem, welches mit dem deutschen vergleichbar wäre. Wer nicht privat vorsorgen kann, ist im Alter auf seine Familienangehörigen angewiesen. Doch nicht immer ist die Familie ein Hort der Geborgenheit. Manche ältere Menschen werden zu Hause vernachlässigt oder sehr schlecht behandelt. Und wer keine Rente oder Familienanschluss hat, fällt durch das soziale Netz.

Im „Helen’s Home for Aged“ - einem 2008 gegründeten Seniorenheim - finden heimat- und mittellose Senioren aus ganz Indien eine kostenlose Bleibe, medizinische Versorgung und ein neues Zuhause.

Es finanziert sich komplett über Spenden von Privatpersonen

Leider wurde bei der Flut im Juli 2013 das gesamte Seniorenheim schwer beschädigt und das wenige Hab und Gut der Bewohner zerstört. Die Spendenaktion der DIZ Berlin unterstützte den Wiederaufbau des Heimes sowie die Neubeschaffung von Kleidung und Möbeln.

An diesem Projekt hat sich die MFM im Jahr 2013 beteiligt, wofür der Verein „Deutsch-Indische Zusammenarbeit Berlin e.V.“ herzlich dankt. Weitere Informationen können Sie erhalten unter lessing@diz-ev.de). Marie Lessing